MANHUNT

Konzept & Spielregeln · Version 1.0

Manhunt ist ein Fangspiel für draußen. Eine Gruppe von Freunden teilt sich in Jäger und Gejagte, ein Kreis auf der Stadtkarte wird zum Spielfeld, und das Handy entscheidet, wer wann was über die andere Seite erfährt.

Jetzt spielen Android-App (APK) ♥ Spenden

Die Regeln in einer Minute

  1. Einer erstellt eine Gruppe und teilt den 6-stelligen Code (oder Link/QR). Der Host legt Spielfeld und Regeln fest und lost die Jäger aus.
  2. Die Gejagten bekommen einen Vorsprung. Die Jäger warten am Startpunkt.
  3. Die Jäger sehen die Gejagten nicht live, sondern nur bei jedem Ping (z. B. alle 3 Minuten) als Momentaufnahme.
  4. Die Gejagten sehen die Jäger gar nicht – ihr Näheradar warnt aber, wenn einer näher als 400, 200 oder 100 m ist.
  5. Fangen: Jäger tippt auf „Fangen“, sobald er nah genug dran ist. Wer in echt abgeschlagen wurde, meldet sich mit „Erwischt“ selbst.
  6. Quests sind Orte auf der Karte. Wer dort stehen bleibt, holt seiner Seite einen Vorteil – jeder davon hat einen Preis.
  7. Wer das Spielfeld länger als 30 Sekunden verlässt, wird bestraft.
  8. Die Jäger gewinnen, wenn alle gefangen sind. Die Gejagten gewinnen, wenn bei Ablauf der Zeit noch einer frei ist.

Draußen gilt immer: Straßenverkehr geht vor, kein Privatgelände, nur zu Fuß. Im Zweifel drückt jemand die Notfall-Pause.

1 · Die Idee

Klassisches „Räuber und Gendarm“ scheitert in der Stadt an zwei Dingen: Niemand weiß, wo das Spielfeld endet, und nach zehn Minuten hat keiner mehr eine Spur. Manhunt löst beides mit der Karte – aber ohne das Spiel zu einem reinen Punkt-auf-Karte-Verfolgen zu machen.

Der Kern ist ungleiches Wissen. Die Jäger bekommen in festen Abständen eine Momentaufnahme, die sofort wieder veraltet. Die Gejagten bekommen kein Bild, sondern nur ein Gefühl für Nähe. Beide Seiten können dieses Gleichgewicht über Quests kippen – müssen dafür aber an einen Ort, den auch die Gegenseite auf der Karte sieht.

2 · Die zwei Fraktionen

Jäger

  • Ziel: alle Gejagten fangen, bevor die Zeit abläuft.
  • Sehen: einander live; die Gejagten nur beim Ping als „zuletzt gesehen“-Marke mit Altersangabe.
  • Werkzeug: der Fangen-Knopf (Fehlversuch = 20 s Abklingzeit).
  • Stärke: Koordination – sie wissen immer, wo die eigenen Leute sind, und können einkreisen.

Gejagte

  • Ziel: bis zum Ende der Jagdzeit frei bleiben.
  • Sehen: einander live; außerdem die Marken, die die Jäger zuletzt von ihnen gesehen haben.
  • Werkzeug: das Näheradar in drei Stufen (400 / 200 / 100 m), auch per Vibration.
  • Stärke: der Vorsprung und die Zeit zwischen zwei Pings.

Was mit Gefangenen passiert, ist einstellbar: Im Standardmodus wechseln sie zu den Jägern – die Jagd wird mit jeder Minute dichter, niemand sitzt herum. Alternativ scheiden sie aus und schauen als Zuschauer mit voller Kartensicht zu.

3 · Ablauf einer Runde

  1. Gruppe: Name eingeben, Gruppe erstellen. Der 6-stellige Code lässt sich als Link, QR-Code oder über das Teilen-Menü weitergeben. Konten gibt es nicht.
  2. Lobby: Alle sehen sich auf der Karte. Der Host setzt den Mittelpunkt (eigener Standort, Tipp auf die Karte oder Ortssuche), wählt Radius und Regeln und verteilt die Rollen von Hand oder per Los.
  3. Vorsprung (0–10 min): Die Gejagten laufen los. Die Jäger sehen einen Countdown und sonst nichts.
  4. Jagd: Mit dem Startsignal kommt der erste Ping. Ab jetzt sind die Quests aktiv, die Uhr läuft.
  5. Ende: Alle gefangen oder Zeit um. Die Auswertung zeigt Fänge, Quests, Überlebenszeit und gelaufene Strecke; der Host kann mit denselben Leuten direkt eine neue Runde starten.

Wer zu spät kommt, kann einer laufenden Runde beitreten und jagt dann mit.

4 · Das Spielfeld

Das Spielfeld ist ein Kreis auf der OpenStreetMap-Karte mit 150 m bis 10 km Radius. Für vier bis acht Spieler zu Fuß sind 750 m bis 1,5 km ein guter Startwert: groß genug zum Verschwinden, klein genug, dass ein Ping noch etwas wert ist.

5 · Wer sieht wen?

Diese Tabelle ist das eigentliche Regelwerk. Der Server setzt sie durch: Ein Handy bekommt Standorte der Gegenseite gar nicht erst geschickt, wenn es sie nicht sehen darf.

SituationJäger sehenGejagte sehen
Normaleigene Fraktion live · Gejagte als Ping-Markeneigene Fraktion live · Näheradar · die eigenen Ping-Marken
Pingalle Gejagten an ihrem Standort in diesem MomentHinweis „Ihr wurdet gesehen“
Vorsprungnur den Countdowneigene Fraktion
Außerhalb der Zoneden betroffenen Gejagten live–
Quest-Effektje nach Quest, siehe unten
Notfall-Pausezusätzlich den Standort dessen, der die Pause ausgelöst hat
Zuschaueralles live

Der erste Ping kommt zum Jagdbeginn, danach im eingestellten Abstand. Die Uhr bis zum nächsten Ping sehen beide Seiten – die Gejagten können also planen, wann sie stehen bleiben und wann sie laufen.

6 · Fangen

GPS ist in der Stadt selten genauer als 10–20 m. Deshalb gibt es drei Wege, die sich ergänzen:

7 · Quests

Quests sind Orte im Spielfeld – nach Möglichkeit echte, öffentlich zugängliche Punkte aus OpenStreetMap wie Brunnen, Kunstwerke, Spielplätze oder Haltestellen. Gedenkstätten, Stolpersteine, Friedhöfe und Gotteshäuser werden bewusst ausgelassen. Um eine Quest einzunehmen, muss man bis auf 40 m heran und 20 Sekunden dort bleiben.

Zwei Dinge machen sie zu einer echten Abwägung:

Je Fraktion sind immer zwei bis vier Quests offen (abhängig vom Radius). Eine eingenommene Quest wird nach 90 Sekunden an anderer Stelle durch eine neue ersetzt.

Quests der Gejagten

QuestVorteilPreis
📵 StörsenderDer nächste Ping fällt für alle Gejagten aus.Die Jäger sehen sofort, an welchem Ort er aktiviert wurde.
👻 TarnkappeDu bist bei den nächsten zwei Pings unsichtbar.Dein Näheradar fällt vier Minuten aus.
🔭 SpäherAlle Gejagten sehen die Jäger zwei Minuten live.Die Einnahme dauert 45 Sekunden, und die Jäger werden schon beim Start gewarnt – mit Ortsangabe.
⏱️ ZeitdiebDie Spielzeit wird um drei Minuten kürzer.Dein Standort wird sofort verraten.

Quests der Jäger

QuestVorteilPreis
🐕 SpürhundSofort-Ping auf alle Gejagten.Die Gejagten sehen danach 60 Sekunden lang alle Jäger live.
📡 FunkmastFünf Minuten lang kommen die Pings doppelt so oft.Danach fällt ein Ping komplett aus.
🕸️ FangnetzDrei Minuten doppelter Fangradius für alle Jäger.Der Jäger, der es geholt hat, ist so lange für die Gejagten live sichtbar.
⏳ VerlängerungDrei Minuten mehr Spielzeit.Der nächste Ping fällt aus.

Liegt ein Punkt doch einmal hinter einem Zaun, kann der Host ihn im Quest-Menü verlegen.

8 · Einstellungen

RegelAuswahlWirkung
Radius150 m – 10 kmGrößer hilft den Gejagten.
Jagdzeit15 – 120 minLänger hilft den Jägern.
Vorsprung0 – 10 minZählt nicht zur Jagdzeit.
Ping-Intervall1 – 10 minDer wichtigste Schwierigkeitsregler. Kürzer hilft den Jägern.
Fangradius15 / 25 / 40 mIn engen Altstädten eher größer wählen.
Gefangenejagen mit · scheiden aus„Jagen mit“ hält alle im Spiel.
Questsan · ausAus = reines Fangspiel.
Schrumpfende Zonean · ausErzwingt ein Finale.

Faustregel für den Einstieg: ein Jäger je drei bis vier Gejagte, 1 km Radius, 45 Minuten, 5 Minuten Vorsprung, Ping alle 3 Minuten.

9 · Fairness, Sicherheit, Datenschutz

Draußen

Im Spiel

Daten

10 · Technik

BausteinUmsetzung
Web-AppEine Seite ohne Framework, Karte mit Leaflet. Läuft in jedem aktuellen Handybrowser und lässt sich zum Startbildschirm hinzufügen (auch auf dem iPhone).
Android-AppSchlanke Hülle um die Web-App plus ein nativer Vordergrunddienst: Er meldet den Standort auch bei ausgeschaltetem Bildschirm und vibriert bei Radar-Alarm und Ping. Einladungslinks öffnen direkt die App.
ServerEin kleiner Python-Dienst ohne Fremdbibliotheken hinter nginx. Die Handys fragen alle 2,5 Sekunden den Zustand ab und liefern dabei ihren Standort – robust bei Funklöchern, ohne Dauerverbindung.
KarteOpenStreetMap-Kacheln; Questpunkte über die Overpass-API; Ortssuche über Nominatim. Fällt Overpass aus, werden Zufallspunkte im Kreis gesetzt.
SpielstandIm Arbeitsspeicher, zusätzlich als Datei gesichert – ein Server-Neustart beendet keine laufende Runde.

Grenze der Browser-Version: Ohne App muss der Bildschirm anbleiben, sonst pausiert der Browser die Standortmeldung. Die Seite hält ihn während der Runde selbst wach.

11 · Ausbaustufen

Karten und Ortsdaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.